Temperaturentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern
Die Durchschnittstemperatur in Mecklenburg-Vorpommern steigt. Das bedeutet im Trend mehr heißere Sommer und mildere Winter – welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf Mensch, Natur, Landwirtschaft und für Sie? Alle Fakten zum Temperaturanstieg in unserer Region.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts erkannte der schwedische Wissenschaftler Svante Arrhenius, dass Treibhausgase die Wärme in der Atmosphäre zurückhalten. Dieser sogenannte Strahlungsantrieb sorgt dafür, dass sich die Erde weiter erwärmt, solange die Konzentration von Treibhausgasen steigt.
Deshalb ist es entscheidend, die Emissionen deutlich zu verringern. Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 hat sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900), zu begrenzen. Wird diese Grenze überschritten, steigt das Risiko sogenannter Kipppunkte im Klima- und Ökosystem – also Entwicklungen, die sich kaum oder gar nicht mehr rückgängig machen lassen.
Gleichzeitig müssen wir uns auf die bereits eingetretenen Veränderungen einstellen. Selbst bei konsequentem Klimaschutz werden bestimmte Folgen – etwa häufigere Hitzetage – spürbar bleiben. Umso wichtiger sind frühzeitige und wirksame Maßnahmen zur Klimaanpassung.
Beschleunigte Erwärmung im Bundesland
Die obere Abbildung zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Temperatur in Mecklenburg-Vorpommern. Im Detail wird die über das gesamte Bundesland gemittelte (Gebietsmittel), nach Referenzvorgaben in zwei Metern Höhe gemessene Lufttemperatur verwendet. Jedes Jahr seit 1881 ist anhand eines Mittelwerts dargestellt. Daraus ergeben sich insgesamt 145 Jahreswerte - miteinander verbunden zeigen sie einen Trend.
Demnach steigen die durchschnittlichen Jahrestemperaturen bereits seit Jahrzehnten an, etwa seit Ende der 1980er-Jahre zudem in verstärktem Maße. Diese beschleunige Erwärmung sorgt dafür, dass mehr als zehn der wärmsten Jahre allesamt seit den 1990ern gemessen wurden. Davon wiederum gehören die fünf wärmsten in die letzte Dekade. 2024 war demnach das bisher wärmste Jahr in Mecklenburg-Vorpommern seit mindestens 1881 mit durchschnittlich 11 °C. Die tiefste Durchschnittstemperatur gehört zum Jahr 1940 mit knapp über 6 °C und demonstriert klimatisch eindrucksvoll die mögliche Spannbreite und die bereits eindeutig messbaren Veränderungen.