Was ist eigentlich Klimawandel?
Klimaänderungen sind kein neues Phänomen. Das Klima auf der Erde hat sich schon immer verändert. Neu ist, dass der aktuelle Klimawandel kein natürliches Phänomen ist und sich in einer nie gekannten Geschwindigkeit vollzieht. Zu schnell, als sich die Natur anpassen könnte.

Klima als die Statistik des uns bekannten Wetters ist ein dauerhafter, sich ständig ändernder Prozess. Dieser permanente Wandel äußert sich beispielsweise durch langfristige Veränderungen von Lufttemperaturen, Niederschlägen und Meeresströmungen. Der betrachtete Zeitraum beträgt mindestens eine „Generation“, also 30 Jahre.
Klimaänderungen sind keine neuzeitliche Erfindung und begleiten uns erdgeschichtlich schon immer. Ursache für diesen Teil der natürlichen Veränderungen sind beispielsweise Erdbahnparameter wie der Lauf der Erdbahn um die Sonne oder Änderungen im Neigungswinkel der Rotationsachse der Erde sowie eine sich verändernde Sonnenaktivität.
Der Klimawandel ist seit Jahrzehnten real, weit über ein Jahrhundert lang anhand umfangreicher Messdaten eindeutig nachweisbar und damit wissenschaftlich unumstritten anerkannt. Die Veränderungen des sich enorm wandelndes Klimas gelten für sämtliche räumliche Gegebenheiten, sowohl global als auch für bestimmte Gebiete der Erde, beispielsweise Europa oder Deutschland und seine Bundesländer.
Der beschleunigte Klimawandel
Die etwa seit den 1990er Jahren bis heute auffällige und deutlich schnellere Erwärmung der Atmosphäre ist jedoch nicht auf diese natürlichen Ursachen zurückzuführen. Hauptursache ist der sogenannte anthropogene, also der durch Menschen verursachte Teil des Treibhauseffekts. Durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas, aber auch durch Landwirtschaft, Abholzung und Landnutzungsänderungen gelangen große Mengen an Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO₂) und Methan (CH₄) in die Atmosphäre.
Diese Gase wirken wie eine Art Wärmeglocke: Wenn die Sonnenstrahlen auf der Erde ankommen, verhindern sie, dass ein Teil der Wärme zurück ins All entweicht. Ohne Treibhausgase, aber bei ansonsten gleichbleibenden Bedingungen, wäre die Oberflächentemperatur der Erde im Mittel etwa -18 Grad Celsius kalt. Durch den Treibhauseffekt steigt sie auf rund +15 Grad Celsius und macht so die Erde für Menschen erst bewohnbar. Diese grundsätzlichen Zusammenhänge sind seit mehr als 150 Jahren bekannt, in der Wissenschaft unumstritten und durch zahlreiche Experimente und Messungen belegt. Der Einfluss des Menschen hat die Atmosphäre nahe der Erdoberfläche in einem Maße erwärmt, wie es seit mindestens 2.000 Jahren nicht mehr der Fall war – und das insbesondere in den letzten knapp 50 Jahren mit einer beispiellosen Geschwindigkeit.
Weltweite Folgen des Klimawandels
Die Folgen des Klimawandels sind weltweit spürbar. Gletscher und Polkappen schmelzen, dadurch steigt der globale Meeresspiegel. Küstenregionen sind zunehmend von Überschwemmungen bedroht. Extremereignisse wie Hitzewellen, Stürme, Dürren oder Starkregen treten häufiger und intensiver auf. Auch Ökosysteme geraten unter Druck: Wälder, Korallenriffe und viele Tierarten leiden unter den veränderten Bedingungen. Als Menschen sind wir vielfältig bedroht – nicht nur durch Umweltgefahren, sondern auch durch sich wandelnde Herausforderungen in Gesundheit, Ernährungssicherheit, Wirtschaft und sozialer Stabilität.
Der entscheidende Schlüssel zur Eindämmung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ist die markante Reduktion von Treibhausgasemissionen, also das aktive Umsetzen von Klimaschutz. Dazu gehören der Ausbau erneuerbarer Energien, eine nachhaltigere Landwirtschaft, weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, der Schutz von Wäldern und ein bewussterer Konsum. Internationale Entscheidungen wie das Pariser Klimaabkommen sollen dazu beitragen, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Zusätzlich sollen die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels durch vielfältige Klimaanpassungsmaßnahmen abgepuffert werden.
Was erwartet uns in Mecklenburg-Vorpommern?
Mecklenburg-Vorpommern (MV) erwärmt sich, ebenso wie Deutschland und Europa, schneller als im globalen Mittel. 2024 lag die mittlere Temperatur um 1,8 Grad Celsius höher als zu Beginn umfangreicher Messungen im Jahr 1881 (DWD, 2025). Konkrete Folgen sind eine deutliche Zunahme der Zahl von Sommer- und heißen Tagen mit mindestens 25 bzw. 30 Grad Celsius. Im Gegenzug zählen wir weniger Frosttage mit Temperaturen unter null Grad Celsius. Direkt spür- und sichtbare Auswirkung ist unter anderem eine längere und sich zeitlich verändernde Vegetationsperiode – die Winter werden kürzer, milder und häufig auch niederschlagsreicher. Insbesondere ein Küstenbundesland wie MV hat sich zusätzlich mit einem permanenten Anstieg des Meeresspiegels auseinanderzusetzen.