Gemeinsame Maßnahmen für eine klimaresiliente Zukunft
Die erste landesweite Klimaanpassungsstrategie beinhaltet beeindruckende ressortübergreifende Maßnahmen in insgesamt 20 Handlungsfeldern.
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Basisfakten
Der Klimawandel ist ein schleichender Prozess. Seine Folgen treten jedoch immer häufiger abrupt, lokal und mit großer Wucht zutage.
Klimaschutz und Klimaanpassung gehören untrennbar zusammen. Wer das Klima schützt, muss zugleich die Menschen vor den bereits unvermeidbaren Folgen schützen.
Die Klimaanpassungsstrategie (KAS-MV) ist die konsequente Ergänzung des bereits bestehenden Klimaschutzplans und des Aktionsplans der klimaneutralen Landesverwaltung unter dem Dach des im Juni 2026 verabschiedeten Klimaverträglichkeitsgesetzes.
Unser Anspruch in MV: Klimarisiken sollen nicht erst im Nachhinein erkannt und bearbeitet werden, sondern bereits bei Planung, Investitionen und Infrastrukturprojekten systematisch mitgedacht werden. Genau darin liegt der praktische Mehrwert der Strategie.
Mittendrin im Klimawandel: Mecklenburg-Vorpommern erlebt viele Klimaextreme "hautnah". Allein in diesen bisher zwei Sommermonaten 2026 prägten eine Hitzewelle mit neuen Allzeithöchstwerten, Hagelunwetter, Starkregen und durch Trockenheit ausgelöste Waldbrände das Leben im Land - und mit ihnen Schäden in Millionenhöhe. Dem Klimawandel einen Schritt voraus sein, sich anpassen an neue Gegebenheiten: Dafür wurde mit der ersten Klimaanpassungsstrategie (KAS-MV) der Grundstein gelegt.
Der Kabinettsbeschluss ist der Zieleinlauf eines insgesamt rund einjährigen Entwicklungsprozesses auf Marathonniveau. An der Startlinie versammelten sich mehr als 60 Fachleute aus sieben Ministerien und mindestens acht Landesbehörden. Die Aufstellung koordinierten die Referenten für Klimafolgenanpassung, Wiebke Winzig und Oliver Weiner, aus dem Klimaministerium zusammen mit der Fachstelle Klimawandel und Klimaanpassung des LUNG. Gemeinschaftlich wurde der Weg hin zu einer interdisziplinär ausgerichteten Strategie angetreten mit dem Ziel, das gesamte Bundesland mit seinen verschiedensten Facetten - von der Küste bis zu den Binnenseen, vom Strand bis ins Land - resilient gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu machen.
Die Klimaanpassungsstrategie legt den verbindlichen Handlungsrahmen fest, wie Klimarisiken künftig bei politischen Entscheidungen, Planungen und Investitionen systematisch berücksichtigt werden. Die Veröffentlichung fand im Rahmen der Landespressekonferenz (LPK) Mecklenburg-Vorpommern am 28. Juli 2026 im Schweriner Schloss statt. Moderiert wurde sie vom Vorstandsvorsitzenden der LPK, Bernd Mosebach. Fragen der Medien und Öffentlichkeit beantworteten der Klimaschutzminister Dr. Till Backhaus und die Leiterin des Klimareferats Dr. Beatrix Romberg.
Die Frage ist heute nicht mehr, ob wir die Folgen des Klimawandels spüren, sondern wie gut wir darauf vorbereitet sind.
Das Schweriner Schloss vom Nordturm aus fotografiert.
Till Backhaus betonte die absolute Dringlichkeit, vom Wissen ins Handeln zu kommen: „Die Bilder aus Frankreich und Spanien zeigen, wie schnell aus Hitze und Trockenheit eine Gefahr für Menschen, Infrastruktur und Wirtschaft werden kann. Auch Mecklenburg-Vorpommern bleibt davon nicht verschont. Die Frage ist heute nicht mehr, ob wir die Folgen des Klimawandels spüren, sondern wie gut wir darauf vorbereitet sind. Deshalb handeln wir jetzt. Unser Ziel ist klar: Wir wollen gar nicht erst zulassen, dass aus Klimarisiken Katastrophen werden. Vorsorge ist die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes.“
Neue Allzeit-Höchsttemperaturen, Hagel und Starkregen
Die jüngsten Ereignisse untermauern sofortiges Handeln: Die Hagelunwetter Mitte Juli 2026 in Westmecklenburg verursachten Millionenschäden. Der insbesondere durch sehr trockene Oberböden intensivierte, wochenlang andauernde Waldbrand im Müritz-Nationalpark forderte die Einsatzkräfte rund um die Uhr. Und die gerade erst im Juni 2026 in Anklam mit 39,6 Grad Celsius höchste registrierte Temperatur in MV seit mindestens 150 Jahren reiht sich ein in die bereits bekannte und eindeutige Entwicklung der ständig steigenden Durchschnittstemperaturen im Land.
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Mit der Klimaanpassungsstrategie verändert Mecklenburg-Vorpommern die Art und Weise, wie künftig geplant, gebaut, investiert und gefördert wird. Die Strategie schafft erstmals einen verbindlichen und ressortübergreifenden Handlungsrahmen. Klimarisiken sollen künftig bei staatlichen Entscheidungen nicht nachträglich bewertet, sondern von Beginn an in Planungen, Investitionen und Förderentscheidungen berücksichtigt werden.
Die Anpassungsstrategie ist der dritte Baustein unter dem Dach des im Juni 2026 verabschiedeten Klimaverträglichkeitsgesetzes. Bereits in der Planung sind der Klimaschutzplan MV, der den Weg zur sukzessiven Senkung der Treibhausgasemissionen beschreibt sowie der Aktionsplan zur klimaneutralen Verwaltung bis Ende des Jahrzehnts.
Fünf Ziele der Klimaanpassungsstrategie MV
Information: Bevölkerung über jetzige und zukünftige Auswirkungen des Klimawandels in Kenntnis setzen und Wichtigkeit von gezielter Klimaanpassung verdeutlichen
Handeln: Realistischen Maßnahmenkatalog auf Landesebene mit dem Ziel der Umsetzung aufstellen
Vorbild: Grundlage für kommunale Klimaanpassungskonzepte schaffen
Transparenz: Schrittweise digitales Monitoring zum Stand der Umsetzung und zur Effektivität der Maßnahmen aufbauen
Vernetzung: Fortlaufende intensive, themenübergreifende Zusammenarbeit innerhalb der Landesverwaltung initiieren
Die Strategie umfasst 20 Handlungsfelder in fünf Themenclustern. Mehr als 60 Fachleute aus sieben Ministerien und mindestens acht Landesbehörden haben sie erarbeitet. Die Umsetzung erfolgt ressortübergreifend. Jede Maßnahme ist einem zuständigen Ressort oder einer Landesbehörde zugeordnet. Die Fachstelle Klimawandel und Klimaanpassung beim LUNG begleitet die Umsetzung. Ein digitales Monitoring macht zukünftig Fortschritte und Wirkungen transparent.