Beispiellose Hitze gleich im ersten Sommermonat des Jahres

Hitzerekorde schon im Juni: Der Sommerbeginn 2026 setzt in MV neue Maßstäbe und mit 39,6 Grad einen neuen Allzeit-Temperaturrekord.

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So wie die erste Monatshälfte unterdurchschnittlich kühl begann, so gipfelte das Monatsende in bisher nie dagewesener Hitze: Mecklenburg-Vorpommern erlebte im Juni 2026 die vollen Auswirkungen des Klimawandels. Reihenweise neue Temperaturrekorde sowohl tagsüber als auch nachts zeigten von Rügen bis nach Boizenburg/Elbe, welches Potential Extremwetterlagen selbst im nordöstlichsten Bundesland mittlerweile haben.

Die außergewöhnliche Hitzewelle am Monatsende sorgte dann am 27. Juni für einen neuen Allzeit-Temperaturrekord: An der offiziellen Messstation des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Anklam wurden 39,6 Grad gemessen. Damit wurde der bisherige Rekord von vor knapp vier Jahren aus Boizenburg/Elbe um 0,2 Grad übertroffen. Noch nie zuvor seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen vor gut 150 Jahren war es in MV wärmer als an diesem Tag.

Dabei begann der Juni zunächst durchschnittlich. Im ersten Drittel dominierte häufig wechselhaftes Wetter und brachte an vielen Orten im Land wertvollen Regen. Bis zur Monatsmitte war es dann wenige Tage sogar unterdurchschnittlich kühl, nass und windig. So wurden am 16. Juni in Arkona auf Rügen bei einer spürbaren Westbrise gerade noch 14 Grad erreicht.

Zweite Monatshälfte: Aus nass und kalt wird trocken und heiß

Ab dem 17. Juni setzte sich dann allerdings recht schnell sommerliche Luft durch. Bereits einen Tag später wurden in MV reihenweise Sommertage mit mindestens 25 Grad ermittelt. Entlang der Ostseeküste blieb es zunächst noch häufig angenehm mild bis warm, während im Landesinneren die Temperaturen zunehmend Richtung 30 Grad („Heißer Tag“) marschierten. In der Landeshauptstadt wurde dann am 19. Juni der erste „Heiße Tag“ erreicht. Bis Monatsende folgten hier fünf weitere, so dass Schwerin mit sechs Tagen über 30 Grad das statistische Jahressoll (Vergleichszeitraum 1991 bis 2020) schon jetzt exakt erreicht hat. Rostock hat dies ebenfalls bereits so früh im Jahr geschafft (drei heiße Tage mit mindestens 30 Grad, entspricht dem langjährigen Mittel).

Außergewöhnlich fielen auch die „höchsten Tiefsttemperaturen“ der Nacht aus. Gleich an 17 Messstationen wurden hier neue Rekordwerte erreicht. Sinkt die Temperatur zwischen 20:00 Uhr abends und 08:00 Uhr morgens nicht unter 20 Grad, wird in den Statistikbüchern eine sogenannte Tropennacht registriert. Tropennächte sind insbesondere in Norddeutschland selten.

Anders jedoch am 27. und 28. dieses Monats: In zwei Nächten wurden an 15 Orten in MV neue Rekord-Tropennächte ermittelt – angeführt von Schwerin mit 23,3 Grad über 22,6 Grad in Waren (Müritz) und 21,7 Grad auf Hiddensee bis zu 20,1 Grad in Gülzow-Prüzen. Tropennächte sorgen für eine erhebliche Wärmebelastung, da selbst in den Nachtstunden dann keine wirkliche Abkühlung mehr erfolgt. Vermehrte gesundheitliche Belastungen wie Herz-Kreislauf-Probleme sind die Folge. Aufgrund derartiger Auswirkungen des Klimawandels hat MV seit 2025 einen Hitzeschutzplan veröffentlicht, der in vielen Bereichen Vorsorgemaßnahmen erläutert.

Insgesamt war der Juni in MV mit durchschnittlich 18,2 Grad Celsius etwa zwei Grad wärmer gegenüber dem langjährigen Mittel 1991-2020 und damit der fünftwärmste Juni-Monat seit 1881. Im bundesweiten Vergleich war das Land damit nach Schleswig-Holstein übrigens das zweitkühlste.

In der Fläche fielen in MV in diesem Juni etwa so viele Niederschläge wie statistisch zu erwarten. Die ersten zwei Drittel des Monats waren leicht überdurchschnittlich nass, während im letzten Drittel tagelang nahezu keine Niederschläge fielen und erst gegen Ende des Monats kräftige Schauer und Gewitter dann punktuell für ausreichend Regen sorgten.

Die Sonne hingegen schien überdurchschnittlich viel mit landesweit etwa 255 Stunden, am meisten Richtung Nordosten. So stellt Arkona auf Rügen mit rund 276 Stunden die zehnthöchste Sonnenscheindauer deutschlandweit – nur etwa 20 Stunden weniger gegenüber dem im Juni sonnigsten Ort Deutschlands, Konstanz am Bodensee.

Der klima.mv-Rückspiegel

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Meteorologe und Klimakommunikator

Oliver Weiner